Seenotrettung: Landesbischof plädiert für menschenfreundliche Politik

Karlsruhe/Heidelberg, (10.01.2018). Der evangelische badische Landesbischof, Jochen Cornelius-Bundschuh, macht Mut zu einer offenen und menschenfreundlichen Flüchtlingspolitik. "Es gibt in Deutschland schon eine große Bereitschaft zu helfen, wir können aber noch mehr", sagte der Landesbischof auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) am Freitag. Kommunen und Kirchen sollten die Bundesregierung ermutigen, noch stärker Verantwortung zu übernehmen.
 

"Die deutsche Politik ist zu Recht an einer europäischen Lösung interessiert. Das ist aber sehr schwierig, wenn sich einige Länder verweigern", erklärte der Landesbischof. "Um der Menschen willen, müssen wir mutig vorangehen." Es sei nun wichtig dem deutschen Bundesinnenministerium (BMI) zu signalisieren, dass die Kommunen, die Zivilgesellschaft und die Kirchen seit 2015 Strukturen entwickelt haben, um Flüchtlingen zu helfen und zu betreuen. "Diese Strukturen haben sich bereits bewährt", erklärte der Landesbischof. Er wünsche sich, dass Europa weiterhin für Zivilisation und Humanität stehe. "Wir dürfen Migranten nicht zum Spielball politischer Interessen werden lassen", betonte er.

49 Flüchtlinge, die tagelang auf zwei Schiffen der Rettungsorganisationen "Sea-Watch" und "Sea-Eye" im Mittelmeer ausharrten, durften am Mittwoch Nachmittag in Malta an Land gehen. Zahlreiche deutsche Städte, darunter Heidelberg, haben angeboten, den Flüchtlingen ein Zuhause zu geben. Die letzte Entscheidung liegt beim deutschen Bundesinnenministerium, das auf eine ausgewogene Verteilung der geretteten Menschen auf verschiedene EU-Mitgliedsstaaten pocht. 

Laut Zahlen der Internationalen Organisation für Migration kamen 2018 rund 116.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer, mehr als 2.200 starben dabei oder gelten als vermisst. Deutschland hat nach Angaben des BMI 115 aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufgenommen.

Quelle: epd Südwest 

Hören Sie dazu auch: Landesbischof Cornelius-Bundschuh im Interview mit SWR1 Baden-Württemberg 

 

 
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